Erste Untersuchungen zeigen: CBD hilft gegen Schmerzen
CBD hilft gegen Schmerzen

Erste Untersuchungen zeigen: CBD hilft gegen Schmerzen

Fakten

  • Cannabidiol wird aus dem weiblichen Nutzhanf gewonnen, hat jedoch keine psychoaktive oder berauschende Wirkung.
  • In immer mehr Studien finden sich Belege für die positive Wirkungsweise gegen Schmerzen und Entzündungen.
  • Während die meisten Schmerzmittel keine Ursachen bekämpfen und zu Nebenwirkungen führen können, ist dies bei CBD nicht der Fall.

Die Abkürzung CBD steht für Cannabidiol, ein Stoff, der aus dem weiblichen Nutzhanf gewonnen wird. Im Gegensatz zu THC macht er weder abhängig, noch zeigt er eine berauschende oder psychoaktive Wirkung. Studien beschäftigen sich in den letzten Jahren verstärkt mit dem pflanzlichen Hanfextrakt, der die Schmerztherapie künftig bereichern soll. Dabei gibt es das Öl in verschiedenen Stärken und die Anwendungsgebiete sind vielfältig. Viele schwören außerdem bereits heute auf die positive Wirkung des natürlichen Stoffes bei Schmerzen: Er soll entzündungshemmend und krampflösend wirken.

Der Fall Ozzy Osbourne: Chemische Schmerzkiller sind überflüssig

Metalhead Ozzy Osbourne ist für diverse Skandale bekannt. Er blickt auf eine lange Karriere zurück, denkt aber noch nicht ans Aufhören. Anfang 2019 musste seine Tour durch Europa, Australien und Nordamerika jedoch aufgrund gesundheitlicher Probleme unterbrochen werden.

Der einstige Lead-Sänger der Band Black Sabbath wurde aufgrund einer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert und kam sogar kurzzeitig in Intensivpflege. Zwar wurde der Rockstar nach aus dem Krankenhaus entlassen, nachdem er sich einigermaßen von seiner Krankheit erholt hatte, auf Tour zu gehen konnte er sich jedoch zunächst abschminken.

Seine Frau Sharon berichtete in einem Interview mit „Loose Women“, dass Ozzy zunächst auf dem Weg der Besserung war. Doch als er eines nachts vom Gang zur Toilette zurückkam, sei er gegen seinen Nachttisch aus Spiegeln gestürzt und habe sich dabei verletzt. Dies zog weite Kreise und der Rocker musste einige Zeit mit einem Physiotherapeuten arbeiten, um wieder auf den Damm zu kommen. In dieser Zeit hatte Sharons Mann nicht nur körperliche, sondern auch seelische Schmerzen. Denn zuhause gefangen zu sein und nicht auf Tour gehen zu können, war für den Rockmusiker das Schlimmste.

Anstatt jedoch zu harten Schmerzkillern oder Drogen zu greifen, begann Ozzy damit, täglich CBD-Öl einzunehmen, um mit den Schmerzen klarzukommen. Seine Frau erzählte im Interview, dass die Einnahme des Öls andere Schmerzmittel überflüssig machte.

Weitreichende Belege für die positive Wirkung von CBD

Zwar zählt CBD in Deutschland noch immer nicht zu Arzneimitteln, sondern wird häufig als Nahrungsergänzungsmittel gehandelt, dennoch hat man im Rahmen der Forschung bereits Hinweise auf die positiven Effekte gegen Schmerzen finden können. Bei den meisten Studien handelt es sich allerdings nicht um Klinische und einschlägige Untersuchungen am Menschen haben bisher nur eingeschränkt stattgefunden. Deshalb wird das Mittel nach wie vor nicht in der Schulmedizin eingesetzt. Hinweise auf das Potenzial des Öls aus Cannabidiol beim Kampf gegen Schmerzen gibt es dennoch zahlreich. Im Folgenden ist nur ein kleiner Auszug aufgeführt:

  • kann Schmerzen nach einer Nierentransplantation reduzieren
  • kann dabei unterstützen, chronische Schmerzen abzumildern
  • kann Beschwerden bekämpfen, die bei einer Arthritis auftreten
  • kann sich bei Kopfschmerzen und Migräne als sinnvoll erweisen

In Deutschland ist der Status von CBD äußerst schwierig und es ist nicht einfach, CBD-haltige Produkte legal zu vermarkten. Nach Ansichten des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit zählt Cannabidiol nicht zu Nahrungsergänzungsmittel. Auch eine Zulassung als Novel-Food und Arzneimittel liegt derzeit nicht vor. Als Arzneimittel wäre es außerdem verschreibungspflichtig.

Immer mehr Studien finden Befunde zur positiven Wirkungsweise

Seit etwa zehn Jahren ist die Forschung zu CBD-Öl aktiv. Im Jahr 2011 fand eine Studie heraus, dass CBD Entzündungsschmerzen bekämpfen kann, da es die Schmerzrezeptoren in direkter Weise beeinflusst. 2014 erschien außerdem ein wissenschaftliches Review, in dem zu lesen war, dass die Cannabinoidrezeptoren an der Regulation von Gelenkfunktionen beteiligt seien. Dieser Befund machte CBD-Öl auch für die Arthrose-Therapie interessant.

Als Gel wurde Cannabidiol im Rahmen einer weiteren Studie zwei Jahre später äußerlich auf die schmerzenden Stellen von Gelenken aufgetragen. In der Untersuchung reduzierte es signifikant Gelenkschwellungen, die krankhafte Verdickung der Gelenkinnenhaut sowie die Infiltration mit Immunzellen. Dadurch hat CBD als Gel zusätzlich das Potential, gegen Schmerzen und Entzündungen bei Arthritis zu helfen.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2017 ergab, dass CBD eine gute Möglichkeit sei, um Schmerzen zu behandeln, die bei Gelenkentzündungen entstehen. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Untersuchung auch nervenschützende Eigenschaften des Wirkstoffes herausgefunden. So konnten Nervenschäden verhindert werden, die normalerweise mit Gelenkerkrankungen früher oder später einhergehen.

Hintergrund: Verschiedene Möglichkeiten in der Schmerztherapie

In der klassischen Schmerztherapie kommen sogenannte Analgetika (Schmerzmittel) zum Einsatz. Allerdings beheben diese die Ursache der Schmerzen nicht, sondern unterbrechen lediglich die Weiterleitung des Schmerzes. Eine dauerhafte Einnahme kann außerdem zu Nebenwirkungen führen. Immer mehr Menschen sind daher auf der Suche nach natürlichen Alternativen. CBD wird in diesem Rahmen neben Akkupunktur und Heilpraktikerverfahren immer beliebter. Die Einnahme ist einfach und die Ergebnisse sprechen für sich.

Bereits im Jahr 2015 hat die deutsche Ärztekammer einen Überblick veröffentlicht, der sich mit der Studienlage hinsichtlich der therapeutischen Wirksamkeit von CBD beschäftigt. Darin steht geschrieben, dass sich in einer Mehrzahl der Studien eine positive Wirkung bei chronischen Schmerzen zeigte. Dies rechtfertigt den Einsatz der Cannabinoiden in der Schmerztherapie.

Zusammenfassung

Ozzy Osbourne und seine Frau Sharon schwören auf die Wirkung von CBD im Rahmen der Schmerztherapie. Zwar ist der Stoff in Deutschland immer noch nicht als Arzneimittel anerkannt, dennoch sind sich immer mehr Studien und Erfahrungsberichte über die positive Wirkung des Mittels einig.

Quellen und weiterführende Links

Artikelbild: Korobova / Bigstock.com

 

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