CBD - Unterschied Isolate und Full-Spectrum-Ö
CBD – Unterschied Isolate und Full-Spectrum-Ö
Wer auf der Suche nach einem guten CBD-Öl ist, stößt unweigerlich auf zwei verschiedene Bezeichnungen: „Full Spectrum CBD“ (Vollspektrumöl) und „Isolate CBD“. Diese unterscheiden sich in ihren Inhaltsstoffen. Wo die Vor- und Nachteile beider Varianten liegen und welches Produkt für wen am besten geeignet sind, das zeigen die folgenden Zeilen.

Fakten

  • Isolate haben durch mehr Extraktionsprozesse eine besonders hohe Reinheit von CBD mit 98 Prozent und mehr.
  • Vollspektrum-Extrakte enthalten weitere Inhaltsstoffe wie beispielsweise andere Cannabinoide, Vitamine, Terpene und Flavonoide.
  • Isolate sind günstiger in der Anschaffung als Vollspektrum-Extrakte.

CBD-Isolate: Hoher Reinheitsgehalt für die selbstständige Verwendung der Isolate

Hinter diesem Produkt steckt Cannabidiol (CBD) mit einer besonders hohen Reinheit. Isolate bestehen nur als CBD. Alle anderen Stoffe aus der Hanfpflanze sind hier bei der Herstellung entfernt. Kristalle und Pulver sind hier gute Beispiele dafür. Doch auch Öle gibt es in der Isolat-Variante. Hier wird das CBD lediglich mit einem Trägeröl (zum Beispiel Hanföl) vermischt.

Der Ursprung von Isolaten ist der Gleiche wie beim Vollspektrum: Der Hanfextrakt wird aus der Nutzhanfpflanze gewonnen. Jedoch werden bei den Isolaten Extraktionen vorgenommen, die bei der Gewinnung von CBD alle anderen Inhaltsstoffe aus dem Endprodukt beseitigt. Bei einem Isolat bleibt letztendlich CBD mit einem Reinheitsgehalt von 98 % und mehr übrig.

Vorteile von CBD-Isolaten Nachteile von CBD-Isolaten
– ermöglicht einfach, den gewünschten CBD-Gehalt zu erreichen– der Entourage Effekt kann nicht genutzt werden
– sind günstiger als das Vollspektrum– Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen ist größer als beim Vollspektrum
– garantiert kein THC enthalten 

Ein Vorteil von Isolaten ist zudem, dass verschiedene Verwendungen für das CBD zur Verfügung stehen. Sie können zwar auch direkt als Kristalle unter die Zunge gelegt werden, aber auch in anderen Mittel weiterverarbeitet werden. Dazu gehören:

  • in Nahrungsmitteln
  • zum Verdampfen
  • zum Dabben
  • zum selbst herstellen von CBD-Öl
  • in Hautprodukten

Nahrungsmittel

CBD Kristalle oder Puder eignet sich hervorragend, um sie in verschiedenen Nahrungsmitteln zu verarbeiten. Dazu gehören unter anderem Getränke oder sie dienen als Zutaten beim Kochen und Backen. Kekse, Kuchen und Brownies sind genauso denkbar wie Butter oder Smoothies.

Cannabidiol ist nicht wasser- sondern alkohol- und fettlöslich. Um eine möglichst hohe Bioverfügbarkeit zu erreichen, lohnt es sich daher, die Kristalle vor Verwendung mit Öl oder Butter zu verarbeiten.

Verdampfen

CBD-Kristalle können auch verdampft werden. Hier braucht es einen sogenannten Vaporizer, der nicht nur für Kräuter und Pflanzenbestandteile gebaut ist, sondern durch ein Flüssigkeitskissen oder spezielles Sieb auch für Öl und Wachs konstruiert ist. Es gibt auch CBD-Liquids, die extra für die E-Zigarette gemacht sind.

Dabben

Dahinter verbirgt sich das Schmelzen der Kristalle, wobei der entstehende Dampf inhaliert wird. Das kann mit einem Verdampfer geschehen. Beim Dabben ist mehr Equipment notwendig als beim Verdampfen.

CBD-Öle selbst herstellen

Wer möchte, kann aus CBD-Isolaten in Kristallform oder aus Pulver sein eigenes CBD-Öl herstellen. Hier ist der Konsument frei in der Zutatenwahl. Die meisten bereits produzierten CBD-Öle werden mit Hanföl angeboten. Aber auch weitere Öle sind möglich, wie beispielsweise Olivenöl, Kokosöl oder Rapsöl.

Hautpflegemittel

Wer Hautprobleme mit CBD bekämpfen will, der kann auch eigene Hautpflegeprodukte aus reinen Kristallen herstellen. Hier reicht die einfache Vermengung der Kristalle mit den ausgesuchten Produkten, um eine eigene Tinktur zu bekommen.

Für wen sind Isolate geeignet?

Isolate werden häufiger angeboten als Vollspektrumöle. Denn in diesen Produkten können die Hersteller garantieren, dass kein psychoaktives THC enthalten ist und das Nahrungsergänzungsmittel somit den gesetzlichen Bestimmungen unterliegt.

Zudem ist es einfacher, den CBD-Gehalt bei der Herstellung zu standardisieren. Das macht den Produktionsprozess günstiger und Isolate können billiger angeboten werden als Vollspektrumsprodukte. Auch ihre Wirkung ist zuverlässiger.

CBD-Isolate sind daher für Menschen geeignet, die nach einem günstigen und effektiven Produkt suchen. Zudem kann der Nutzer sicher sein, dass gar keine oder nur geringste Mengen von THC enthalten ist. Ebenfalls können Isolate in hohen Dosen angeboten werden, die es bei schweren Beschwerden und Krankheiten benötigt. Wer seine eigene Tinktur wünscht, sollte ebenfalls Isolate wählen.

Full Spektrum-Öle: Mehrere Wirkstoffe für eine gemeinsame Wirkung

Cannabidiol (CBD) ist nicht das einzige Cannabinoid, das in Hanf vorkommt. Es gibt inzwischen 113 verschiedene weitere Cannabinoide, die von Forschern identifiziert wurden. So manch anderes Cannabinoid hat ebenfalls positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Daher werden in Vollspektrumölen weitere Wirkstoffe belassen und bei dem Extraktionsprozess nicht entfernt. Hierbei sind unter anderem die Cannabinoide CBG, CBC, THC und CBN denkbar, die ebenso an den menschlichen Rezeptoren wirken wie CBD.

In den Vollspektrumsprodukten werden aber auch weitere Inhaltsstoffe der Nutzpflanze nicht herausgefiltert. So finden sich hier auch Vitamine, Minerale, Säuren und anderen wertvolle Elemente wieder.

Vorteile von VollspektrumsproduktenNachteile von Vollspektrumsprodukten
– begünstigen den synergistischen Entourage-Effekt– genaue Konzentration von CBD nicht vorhersehbar
– kann selbst mit Alkohol oder anderen Lösungsmitteln hergestellt werden– höhere THC-Anteil ist möglich
– kann weniger Nebenwirkungen hervorrufen– keine standardisierten Produkte – jedes ist ein Unikat
– stellt ganzheitliche Einnahme von CBD dar– Wirkung einzelner Bestandteile ist nicht vollständig vorhersehbar
 – teurer

Bei einem Vollspektrumsprodukt wird immer wieder der Vorteile des „Entourage-Effekts“ erwähnt. Dahinter verbirgt sich, dass die Wirksamkeit von CBD durch die Anwesenheit anderer Stoffe an den Rezeptoren verstärkt wird. Denn alle natürlichen Verbindungen der Cannabispflanze arbeiten zusammen. Dies wird in den Produkten ausgenutzt.

Neben CBD enthalten Vollspektrumsprodukte folgende, weiteren Stoffe:

  • andere Cannabinoide
  • Terpene
  • Vitamine
  • Chlorophyll und Carotinoide
  • Flavonoide
  • Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren
  • Mineralstoffe und Spurenelemente

Andere Cannabinoide

Mittlerweile sind 113 isolierte Cannabinoide bekannt, die in Hanf vorkommen. Noch sind nicht alle genügend erforscht, aber die positiven Wirkungen einiger sind bereits in Aussagen von Studien und Forschungsarbeiten belegt.

Eines der bekanntesten Cannabinoide ist Tetrahydrocannabinol – kurz THC. Dieser Stoff ist psychoaktiv und sorgt für die berauschende Wirkung, die viele Menschen immer noch mit Cannabisextrakt gleich setzen. In CBD-Produkten ist der Gehalt gesetzliche festgelegt und darf nicht mehr als 0,05 Prozent betragen (0,2 Prozent ist der gesetzliche Grenzwert für die zugrunde gelegte Pflanze). THC kann schmerzlindernd wirken, Übelkeit mildern, den Appetit anregen, bei Entspannungen helfen und Muskelkrämpfe verbessern.

CBG ist ein weiteres bekanntes Cannabinoid. Cannabigerol rückt immer mehr in den Vordergrund der Forscher, es gibt bereits Produkte, die auf diesen Stoff aufgebaut sind. Denn CBG hat gute Wirkungen bei Hautproblemen, Verspannungen, Appetitlosigkeit und für das emotionale Wohlbefinden. CBG wird vor allem aus jungen Hanfpflanzen oder Hanfsamen gewonnen.

CBC hingegen ist ein eher unbekanntes Cannabinoid, obwohl es am dritthäufigsten in der Hanfpflanze zu finden ist. Es kann sogar dominanter sein als CBD. Cannabichromen wirkt antibakteriell, kann Einfluss auf Entzündungen haben, beruhigend wirken und gemeinsam mit anderen Stoffen auch schmerzlindernd sein.

Cannabinol (CBN) kommt am häufigsten in getrockneten Hanfpflanzen vor, die bereits längere Zeit gelagert wurden. Auch dieses Cannabinoid hat eine berauschende Wirkung, da es ein Oxidationsprodukt von THC ist. Die Wirkung ist ähnlich: anregender Appetit, antibakteriell, schmerzlindernd und entkrampfend.

Neben Isolaten und Vollspektrumsprodukten existiert noch eine Mischform an Hanfextrakt, die Pseudo-Vollspektrum-Extrakt genannt wird. Hier sind neben CBD andere Cannabinoide und Terpene enthalten – die eine Vollspektrumswirkung imitieren sollen. THC kann hier jedoch weggelassen werden.

Terpene

Dies sind Duft- und/oder Farbstoffe, die bei der Hanfpflanze für den Schutz vor schädlichen Insekten sorgen sollen. Nützliche Tiere sollen jedoch angelockt werden. Terpene können auch gesundheitliche Wirkungen auf den menschlichen Organismus haben. Limonen beispielsweise wirken krebshemmend, können bei Bronchitis helfen und vor ungewollten Gewichtsverlust bewahren. Beta-Myrcen wirkt antioxidativ, antimikrobiell, entzündungshemmend und entkrampfend.

Vitamine

Die Hanfpflanze enthält auch Vitamine, die positive Eigenschaften für den Menschen haben. So ist unter anderem Vitamin E enthalten, dass antioxidativ Eigenschaften besitzt, Alzheimer vorbeugen kann und die körpereigenen Zellen unterstützt. Vitamin B1 hingegen kann bei Depressionen helfen, da es den Serotoninspiegel beeinflusst.

Chlorophyll und Carotinoide

Das Chlorophyll sorgt in Pflanzen für die Zellatmung. Diese Eigenschaft kann auch im menschlichen Organismus hilfreich sein. So unterstützt es auch hier die Zellatmung, die Reinigung körpereigener Zellen und beeinflusst somit auch das Immunsystem. Carotinoide verlangsamen die Hautalterung, unterstützen das Herz-Kreislauf-System und vermeiden Arterienverkalkung.

Flavonoide

Diese Inhaltsstoffe sind in der Cannabispflanze für Geruch. Farbe und Geschmack verantwortlich. Auch sie haben positive Auswirkungen, die in Cannabisextrakten genutzt wird. Dazu gehören antioxidative, durchblutungsfördernde, entzündungshemmende, gefäßschützende und krampflösende Eigenschaften.

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren

Der menschliche Organismus braucht zudem wichtige Säuren, die über die Nahrung zugeführt werden müssen. Dies kann auch mit CBD-Produkten geschehen, da in der Cannabispflanze auch Omega-3- und Omega-6-Verbindungen enthalten sind. Sie spielen für die Zellgeneration und das Herz-Kreislauf-System eine wichtige Rolle.

Mineralstoffe und Spurenelemente

Hanf enthält auch zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente, die wichtig für den menschlichen Körper sind. Daher sind sie ebenfalls oft in Vollspektrumölen enthalten. Dazu gehören unter anderem: Kalzium, Natrium, Kalium, Kupfer, Mangan, Zink, Eisen, Phosphor, und Magnesium.

Für wen Vollspektrumöle geeignet sind

Produkte mit dem vollen Spektrum der Hanfpflanze sind nicht für jeden geeignet. Denn einerseits sind sie meist teurer als Isolate und andererseits können sie geringe Mengen von THC enthalten. Schon geringste Mengen können bei einem Drogentest angezeigt werden. Ebenso kann keine besonders hohe oder exakte Dosis von CBD garantiert werden.

Daher sollten Menschen, die keinerlei CBC zu sich nehmen wollen oder nur ein geringes Budget haben, nicht zu diesen Produkten greifen. Hier ist auch eine Erleichterung der genauen Dosierung von Vorteil. Wo jedoch die Beschwerden mittels des Entourage-Effekts besser gelindert werden können, dort sind Vollspektrumsprodukte die bessere Wahl.

Vollspektrum-Extrakte werden oft auch Ganzpflanzen-CBD genannt, da sie alle verfügbaren Cannabinoide enthalten.

Zusammenfassung

CBD-Produkte versprechen keine Heilung von Krankheiten, können aber in vielen Bereichen Erleichterung schaffen. Dabei ist jedoch der Unterschied zwischen Isolaten und Vollspektrum-Extrakten zu beachten. Erster enthalten eine hohe Reinheit von CBD und keine anderen Pflanzenwirkstoffe. Vollspektrumöle können jedoch auch andere Cannabinoide und Inhaltsstoffe enthalten.
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