Wie und wie lange wirkt CBD?
CBD Wirkung

Wie und wie lange wirkt CBD?

Fakten

  • Das aus der Cannabispflanze stammende CBD kann zahlreiche positive Wirkungen auf die menschliche Gesundheit haben.
  • Wirkungsbeginn und Dauer hängen von verschiedenen Faktoren ab – unter anderem von Produktform und Art der Einnahme.
  • Generell gilt die Wirkung als individuell, da auch körperliche Faktoren und Ausmaß der Beschwerden diese beeinflussen.

CBD wird immer beliebter. Seit Anfang 2020 gelten CBD-Vollspektrum-Produkte als Nahrungsergänzungsmittel, die nicht unter die Novel-Food-Verordnung fallen und somit keiner Zulassung bedürfen. Damit ist Rechtssicherheit für den Verkauf für Hanföl gegeben – die Wirkung von CBD aus Nutzhanf kann sich der Verbraucher ohne Rezept zunutze machen.

Doch wie wirkt CBD? Bei welchen Beschwerden kann Cannabisöl helfen? Und worauf ist bei der Auswahl zu achten? Die Antworten auf diese Fragen erklären die folgenden Zeilen.

Wirkung von CBD: Wie, warum und wo dieses genutzt wird!

Dass Cannabis eine heilende Wirkung auf den Menschen hat, wussten die Chinesen schon vor über 5.000 Jahren und nutzen die Hanfpflanze auch als Heilmittel. Doch wie und warum die Substanzen von Hanf positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat – das haben Forscher erst vor einigen Jahren erkannt. Die Erklärung liefert die Entdeckung des sogenannten Endocannabinoidsystems (kurz ECS).

Das Endocannabinoidsystem ist Teil des zentralen Nervensystems, in dem zwei sogenannte Cannabinoidrezeptoren CB₁ und CB₂ entdeckt wurden. Diese Rezeptoren sind Signalempfängerstellen, an denen sich Endocannabinoide andocken können und somit eine Reaktion im Organismus auslösen. Der CB₁-Rezeptor gilt dabei verantwortlich für die Koordination, Bewegung, das Schmerzempfinden, Emotionen, Denken, Stimmung, Erinnerung und Appetit. Der CB₂-Rezeptor agiert vor allem für das Immunsystem, bei Entzündungen und Schmerzen.

Zudem wird zwischen körpereigenen (endogenen) und körperfremden (exogenen) Cannabinoiden unterschieden, die eine Reaktion auslösen (Agonisten) oder blockieren (Antagonisten) können. Ein Beispiel für ein exogenes Cannabinoid ist Anandamid.

Cannabidiol (CBD) ist hingegen ein exogenes Cannabinoid, genauer gesagt ein Phytocannabinoid – da es aus der Hanfpflanze stammt. Es wirkt ebenfalls an den CB₁- und CB₂-Rezeptoren wie die körpereigenen Cannabinoide.

Wirkungen, die bei CBD bereits belegt wurden

Die Forschung bezüglich der Wirkungsweise von CBD im menschlichen Körper ist noch jung. Doch es gibt bereits zahlreiche Studien, die eine Vielzahl von Wirkungen belegen konnten. Zu den positiven Effekten von CBD gehören demnach folgende Eigenschaften:

  • schmerzlindernd
  • entzündungshemmend
  • anti-epileptisch
  • entkrampfend
  • löst Angst
  • antibakteriell
  • antioxidativ

Da die Cannabinoidrezeptoren sich nicht nur im Gehirn befinden, sondern überall in den Zellen des Körpers, kann die Wirkung von CBD sich ebenfalls im gesamten Körper entfalten. CBD soll auch den Blutdruck regulieren sowie Schlafstörungen lindern. Studien zeigen auch erste helfende Effekte bei Krebs und Diabetes. Zudem wird Cannabidiol ein Anteil beim Schutz von Nervenenden zugeschrieben.

Im Gegensatz zu anderen Cannabinoiden wie beispielsweise THC (Tetrahydrocannabinol) wirkt CBD nicht berauschend, da es keine psychoaktive Wirkung besitzt. Aufgrund dieser Eigenschaft unterliegen CBD-Präparate der Legalität und fallen nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

Bei diesen Beschwerden wird die Wirkung eingesetzt

Die zahlreichen Wirkungen von CBD können und werden bereits bei vielen Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Auch wenn Cannabidiol keine Heilung von Krankheiten bewirken kann, so können Symptome verbessert werden.

CBD bei Schmerzen

CBD hat eine schmerzlindernde Wirkung, die bereits in zahlreichen Studien nachgewiesen wurde. Denn Cannabidiol setzt am CB1-Rezeptor an, der zur Schmerzbeeinflussung im zentralen Nervensystem dient. Das macht den Einsatz von CBD in der Schmerzmedizin sinnvoll.

Vor allem bei chronischen Schmerzen zeigt sich zugeführtes Cannabidiol als wirksam – insbesondere bei neuropathischen Schmerzen. Denn durch die Hemmung der Weiterleitung von Schmerzsignalen wird auch das sogenannte „Schmerzgedächtnis“ gelöscht, das vor allem bei chronischen Schmerzen von Bedeutung ist. Einsatzgebiete sind beispielsweise Migräne, Fibromyalgie und gegen schmerzhafte Muskelverspannungen bei Multipler Sklerose.

CBD bei psychologischen Erkrankungen

CBD wird eine angstlösende Wirkung zugeschrieben. Das macht den Einsatz auch bei zahlreichen psychologischen Erkrankungen attraktiv, denn Angstzustände können sich Studien zufolge bis zu 80 Prozent verbessern. Bei Depressionen kann Cannabidiol helfen, die Stimmung zu verbessern – die Wirkung wird nicht nur in Untersuchungen, sondern auch in zahlreichen Erfahrungsberichten mit der von Antidepressiva verglichen. Ebenso hilft CBD bei Nervosität und Stress, denn das Cannabinoid wirkt beruhigend, ausgleichend und entspannend. Das kann auch bei Schlafstörungen helfen, die sich laut Studien bis zu 70 Prozent verbessern.

CBD bei Epilepsie

Die entkrampfende Wirkung von Cannabidiol wird bereits bei Epilepsie genutzt. Untersuchungen zeigen, dass CBD die Anfälle von Epilepsie verringern kann. Ein Arzneimittel, das auf dieser Basis aufbaut, befindet sich bereits in der Zulassungsphase.

CBD bei Morbus Crohn

Diese chronische Darmerkrankung kann durch die entzündungshemmende Wirkung von CBD verbessert werden. Studien zeigen signifikante Linderung bei den Symptomen. Dazu gehören unter anderem Durchfall, Krämpfe und Magenschmerzen, Blut im Stuhl, Müdigkeit sowie Gewichtsverlust.

CBD bei Krebs

Krebsbehandlungen wie die Chemotherapie rufen zahlreiche Nebenwirkungen wie beispielsweise Übelkeit und Erbrechen hervor. Diese können mit der Einnahme von CBD ebenfalls gelindert werden. Doch die Wirkung von CBD geht bei Krebs über die Verbesserung von Symptomen und Begleiterscheinung hinaus. Es gibt erste wissenschaftliche Hinweise, dass das Wachstum bei speziellen Tumorarten gehemmt werden kann.

CBD bei Hauterkrankungen

Die entzündungshemmende Wirkung kann sich auch bei Hautproblemen und Erkrankungen positiv auswirken. Bei Akne und Neurodermitis haben Wissenschaftler ebenfalls positive Effekte beobachten können.

Es gibt noch zahlreiche weitere Einsatzgebiete. So kann CBD die Rauchentwöhnung unterstützen und bei der Ernährungsumstellung helfen. Eine positive Wirkung von CBD auf die Symptome und Begleiterscheinungen wird auch bei Parkinson, Asthma, Allergien, Alzheimer, Demenz und Arthrose vermutet.

Einsatz und Dauer: Wann und wie lang CBD wirkt

Generell ist wichtig, dass die Wirkung bei jedem Menschen anders ist – CBD wirkt individuell. Das betrifft nicht nur den Einsatzzeitpunkt der Wirkung, sondern auch die Dauer. Denn beides ist von folgenden verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Einnahmeform von CBD
  • Dosierung, CBD-Konzentration, weitere Inhaltsstoffe
  • körperliche Konstitution
  • Ausmaß der Beschwerden

Einnahme von CBD

CBD wird auf dem Markt frei verkäuflich in verschiedenen Produkten angeboten. Diese haben auch unterschiedliche Wirkungszeiten. Denn bei mancher Form gelangt das Cannabidiol schnell in den Blutkreislauf, bei anderen dauert dies etwas länger. Folgende Einnahmeformen und ihre Wirkungsdauer können unterschieden werden.

EinnahmeformWirkungseinsatzWirkungsdauerMögliche Produkte
Rauchen oder Verdampfen über die LungeNach ca. 5 Minuten2 – 3 StundenCBD-Liquids, CBD-Kristalle, CBD-Zigaretten, Hanfblüten
Oral über die Mundschleimhaut unter der ZungeNach ca. 15 Minuten4 – 6 StundenCBD-Öl als Tropfen, CBD-Kristalle, CBD-Pastillen, CBD-Kaugummis
Über den Verdauungstrakt durch SchluckenNach ca. 1 – 2 Stunden6 – 8 StundenCBD-Kapseln, CBD-Tabletten, CBD-Lebensmittel
Über die Haut durch AuftragenNach ca. 1 StundeRund 6 StundenCBD-Cremes, CBD-Salben

Auch die Extraktionsverfahren sollte hier beachtet werden. Hanfextrakte können mit unterschiedlichen Herstellungsmethoden gewonnen werden. Die Art der Extraktion beeinflusst die Reinheit des CBDs.

Dosierung, CBD-Konzentration, weitere Inhaltsstoffe

Wie schnell die Wirkung eines CBD-Extraktes einsetzt, ist auch von dessen Konzentration abhängig. Denn beispielsweise Öle werden mit einer Konzentration zwischen 2 und 25 Prozent angeboten. Davon hängt auch die Dosierung ab. Wird eine höhere Konzentration oder eine größere Dosis genommen, kann die Wirkung schneller einsetzen als bei niedrigen Werten.

Auch die Zusammensetzung beispielsweise des Hanföls ist entscheidend für die Wirkung. Bei Vollspektrumsölen sind auch andere Inhaltsstoffe der Hanfpflanze enthalten – unter anderem andere Cannabinoide (z. B. CBDa) Terpene, Flavonoide oder Vitamine. Hier hilft der sogenannte Entourage-Effekt bei der Wirkung – die unterschiedlichen Inhaltsstoffe verstärken die gegenseitige Wirkung.

Es gibt keine generelle Dosierungsempfehlung für alle CBD-Nutzer. Hier sollte auf die Herstellerangaben geachtet werden. Ratsam ist es auch, mit einer geringen Dosis und Konzentration zu beginnen und diese langsam zu steigern, bis die gewünschten Effekte einsetzen.

Körperliche Konstitution

Der eigene Körper macht die Wirkung von CBD individuell. Das zeigt sich beispielsweise bei Menschen mit einem schnelleren oder langsameren Stoffwechsel. Gesundheitszustand und Körpergewicht können sich ebenfalls auf die Wirkung von CBD niederschlagen.

Ausmaß der Beschwerden

Der Wirkungseinsatz und die Dauer von CBD hängst auch von den Leiden ab. Bei chronischen Schmerzen ist eine lang anhaltende Dauer des Hanfextraktes wichtig, während bei akuten Schmerzen wie beispielsweise Migräne ein schneller Einsatz der Wirkung Priorität hat. Hier sollten Betroffene auf die passende Produktwahl achten.

Zusammenfassung

CBD hat viele positive Wirkungen auf den menschlichen Organismus: Es kann unter anderem Schmerzen lindern, Krämpfe lösen, Entzündungen hemmend und anti-epileptisch wirken. Wirkungseinsatz und Wirkungsdauer hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab – beispielsweise Aufnahmeart, Produktform oder die eigene körperliche Verfassung.

Quellen und weiterführende Links

Artikelbild: Kanjana Kawfang / Bigstock.com

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