Hanf, CBD und andere Cannabinoide sind kein „Novel Food“
Hanf, CBD und andere Cannabinoide sind kein Novel Food

Hanf, CBD und andere Cannabinoide sind kein „Novel Food“

Fakten

  • Cannabinoidreiche Produkte wurden schon vor vielen Jahrhunderten konsumiert und anerkannt.
  • Direkt nach der Novel Food Verordnung von 1997 gaben einige Unternehmen zu, welche Mengen sie bisher verarbeitet hatten.

Bei Novel Food (neuartiges Lebensmittel) handelt es sich um Lebensmittel, die vor dem 15.Mai 1997 laut der Europäischen Union nicht für den menschlichen Verzehr verwendet wurden. Hierzu zählen Lebensmittel

  • mit neuer oder gezielt veränderter Molekularstruktur
  • aus Mikroorganismen, Pilzen oder Algen
  • aus Materialien mineralischen Ursprungs
  • aus Pflanzen oder Pflanzenteilen
  • aus Tieren oder deren Teilen
  • aus Zell- oder Gewebekulturen
  • die durch ein neuartiges, nicht übliches Verfahren hergestellt wurden
  • aus technisch hergestellten Nanomaterialien
  • die Vitamine, Mineralstoffe und andere Stoffe sind
  • die ausschließlich in Nahrungsergänzungsmitteln als nicht neuartig gelten und nun in anderen Lebensmitteln verwendet werden sollen

Hanfbasierte Lebensmittel boomen

Gerade in den letzten Jahren haben hanfbasierte Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel mit CBD einen regelrechten Boom erfahren. Mit dem Erfolg der Nutzhanf-Produkte sind aber längst nicht alle einverstanden. Innerhalb der Europäischen Union ist man sich immer noch nicht einig, wie hanfbasierte Lebensmittel und Cannabidiol eingeordnet werden sollen.

Aus diesem Grund kam es schon zu diversen juristischen Auseinandersetzungen, die sowohl dem Verbraucher wie auch der CBD-Branche Schaden zufügten.

Die Verordnung der Europäischen Union kurz erklärt

Ziel der Verordnung der Europäischen Union von 1997 war es, dass man die Verbraucher vor synthetischen und potenziell gefährlichen Lebensmitteln bzw. Zutaten schützen wollte. Es kam zur Novel Food Verordnung. In der aktuellen Fassung des Novel Food Katalogs heißt es nun, dass Lebensmittel, die Hanfsamen enthalten als nicht zulassungspflichtige Nahrungsmittel anerkannt werden. Jedoch zählen Nahrungsergänzungsmittel und cannabidiolhaltige Extrakte weiterhin zu den Novel Foods und benötigen eine Zulassung. Die Hanfindustrie hat in den letzten 20 Jahren auf Basis alter Novel Food Kataloge viel Geld in die Herstellung von Hanf-Lebensmitteln und CBD-Produkten gesteckt. Gemäß den damaligen Reglungen galten diese

  • nicht als Novel Food
  • waren nicht zulassungspflichtig

Rezepturen vor der Novel Food-Verordnung

Nicht von der Hand zu weisen ist es, dass bereits 1995 also 2 Jahre vor der erwähnten Verordnung zum Thema Novel Food den deutschen Bürgern Rezepturen mit Hanfzutaten zur Verfügung standen. Es handelt sich hierbei um

  • ein Orangenkonfekt
  • Majoun aus Marokko
  • Bhang aus Indien

Diese und andere Rezepturen fand man in einer Broschüre, die von der Partei Bündnis 90/Die Grünen 1995 herausgegeben wurde.

Ist Cannabidiol pauschal ein Novel Food?

Dazu sollte man sich die Stellungnahme des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) genauer anschauen. Diese besagt, dass Cannabidiol in Lebensmitteln in keinem Fall ohne Zulassung als Arzneimittel oder als Novel Food in den Verkehr gebracht werden dürfen. Die European Hemp Association (EIHA) kann anhand von zahlreichen historischen Belegen die Behauptung, dass CBD-haltige Lebensmittel bzw. Zutaten zulassungspflichtig wären. Das entsprechende Dokument der EIHA beinhaltet zahlreiche Beweise, dass bereits vor der Novel Food Verordnung bestimmte CBD-haltige Produkte in den heutigen EU-Staaten konsumiert werden durften. Zu den Belegen für den traditionellen Konsum von cannabinoidreichen Produkten zählen unter anderem

  • Schriftzüge an den Decken des Porticos in Bologna von 1220 n. Chr.
  • hanfbasierte Rezepte aus Deutschland, Irland, dem Vatikan und Schweden
  • Extraktionen von Hanf als Zeitzeugnisse der vergangenen Jahrhunderte

Im erwähnten Schriftzug von Bologna heißt es Canabis Protectio, was soviel bedeutet wie Cannabis ist Schutz.

Hanfbasierte Lebensmittel laut einer Marktanalyse von 1997

Die erwähnten Dokumente der EIHA sind eigentlich Beweis genug, dass weder Hanf noch natürlich vorkommendes CBD als Novel Food zu bewerten sind. Und doch gibt es eine Marktanalyse aus dem Jahr 1997, die diese Aussagen untermauert. Kurz nach Inkrafttreten der Novel Food Verordnung wurden in England, Deutschland, Österreich und den Niederlanden 40 Unternehmen nach den Mengen der verwendeten Hanfrohstoffe befragt. Im Übrigen gab die EU-Kommission diese Analyse in Auftrag. 23 der befragten 40 Unternehmen haben an der Befragung teilgenommen und erklärt, dass sie zum Zeitpunkt der Befragung bereits

  • 55 Tonnen Hanf-Fertigprodukte,
  • mehr als 1150000 Liter an Getränken mit Hanfblüten und -blättern
  • und 2 Tonnen Snacks mit Hanfblüten

hergestellt und vermarktet hatten.

Zusammenfassung

Die Novel Food Verordnung von 1997 ist nicht tragbar, da es Beweise gibt, dass cannabinoide-haltige Präparate schon lange vorher vermarktet wurden. Dies geht teilweise bis in 13. Jahrhundert zurück. Des Weiteren sind Extraktionen von Hanf Zeitzeugen aus längst vergangenen Jahrhunderten, die unwiderlegbar sind.

Quellen und weiterführende Links

Artikelbild: irina_evva / Bigstock.com

 

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